26
Apr
2010

Ausschreibung für die LUFF Création 2010 “Videoüberwachung und Tele-Vision”

Das Lausanne Underground Film and Music Festival sucht originelle, überraschende und verstörende Projekte.

Das LUFF hat sich zum Ziel gesetzt jährlich die nationale Kunstszene mit den Mitteln einer Ausschreibung zum künstlerischen Schaffen zu unterstützen. Das Siegerprojekt wird in die Festivalsausgabe dieses Jahres, vom 20. bis 24. Oktober 2010 miteinbezogen.

Nach dem performativen Zugang des Jahres 2008 und den sonoren Erforschungen von 2009, soll sich die Création 2010 hauptsächlich (aber nicht ausschliesslich) rund um das Visuelle artikulieren.

Das Visuelle, auf der Basis des Konzeptes der Überwachung, genauer noch, der Videoüberwachung steht im Zentrum der diesjährigen Ausschreibung.

Das LUFF sucht mit diesem Projekt, das jene technischen Dispositive in Szene setzten soll, welche einen wachsenden Platz in unserer Gesellschaft am einzunehmen sind, die Auseinandersetzung mit einem zeitgenössischen Phänomen, das schon von George Orwell in seinem Zukunftsroman 1984 konzeptualisiert wurde. Das Konzept der überwachenden Instanz - Big Brother - ist seither in die Umgangssprache übergegangen und hat seinen Namen einer der ersten Reality-Fernsehshows geliehen (Niederlande, 1999). Zahlreiche zeitgenössische Filmemacher und Künstler - von Dan Graham bis Harun Farocki - haben sich von dieser Problematik inspirieren lassen um den Zuschauer in ihren Werken mit den Sicherheitsobsessionen der ihn umgebenden Gesellschaft zu konfrontieren.

Das Projekt Création 2010 ruft dazu auf die Idee der Kontrolle durch das sehen und gesehen werden aufzunehmen und durch das Ineinanderfliessen von Sehen, Wissen und Macht, so artikuliert durch Michel Foucault in Surveiller et Punir (1975), im Rahmen des diesjährigen Festivals in Szene zu setzen: Ein Videoüberwachungssystem dessen Modalitäten frei sind und dem Künstler, der Künstlerin vollkommen überlassen werden. Wenn auch das Medium Video das zentrale Element des Projekts darstellen soll, so kann dieses ebenfalls sonore Quellen der Überwachung oder andere repräsentative Systeme beinhalten. Über die Relevanz des Projektes als solches hinaus, ist es für das Projekt unabdingbar ein Interesse für das Publikum eines Festivals darzustellen und sich der spezifischen Gegebenheiten (Orte, Themen, Ausrichtung) des Anlasses bewusst zu sein.

Budget

Das Festival finanziert das ausgewählte Projekt mit einem Gesamtbetrag von 5000.- CHF.

Dieser Betrag Beinhaltet die Anmietung des für eine öffentliche Präsentation erforderlichen Materials. Die Künstler die für die Verwirklichung des Projekts eine höhere Summe benötigen, sind dafür verantwortlich, die notwendigen Schritte zur Finanzierung Ihres Projektes zu unternehmen.

Das LUFF übernimmt die Unterbringung sowie die Verpflegung der Künstler für die gesamte Dauer des Festivals, von Donnerstag bis Sonntag. Diese Ausgaben werden nicht von den zur Verfügung gestellten 5000.- CHF abgezogen.

Technisches

Um der Kreativität des Projektes keine Grenzen zu setzen, gibt es, abgesehen von den finanziellen Gegebenheiten, keine technischen Einschränkungen.

Reglement

1. Die Ausschreibung ist offen für alle in der Schweiz residierenden Künstlerinnen, Künstler undKollektive.

2. Das Projekt muss die vorgegebene Thematik respektieren.

3. Die Dossiers müssen Projekte betreffen die entweder im Entstehen sind oder noch zu realisieren sind. Bereits vollendete Projekte werden nicht berücksichtigt.

4. Jegliche Überschreitung des Budgets muss von den Künstlern selbständig finanziert werden.

5. Jedes Projekt muss auf maximal zwei A4 Seiten vorgestellt werden. Folgende Informationen sind notwendig:

- Beschreibung des Projekts

- Budget

- Die persönlichen Informationen des Kandidaten: Name, Vorname, Post und e-mail Adresse. Diese Informationen sollen nicht auf der Projektbeschreibung figurieren, sondern müssen in einem geschlossen Umschlag beigelegt werden, auf welchem ausschliesslich der Name des Projekts (auch falls vorläufig) steht. Dies garantiert eine anonyme Projektauswahl.

6. Zusätzliche Dokumente zur Projektbeschreibung können dem Dossier beigefügt werden.

7. Die Dossiers können in Französisch, Deutsch und Englisch verfasst werden.

8. Die Dossiers müssen bis spätestens zum 30. Mai 2010 (Poststempel) an folgende Adresse geschickt werden.

LUFF/APCI

Concours création

Rue du Valentin 34 et demi

CH - 1004 Lausanne

9. Der/die Gewinner der Ausschreibung wird/werden bis spätestens am 15. Juni 2010 bekanntgegeben. Die Jury behält sich das Recht auf die Begründung der Entscheidungen vor.

10. Ein Vertrag wird mit dem/der Gewinner Ende Juni unterzeichnet.

11. Die Projektdossiers werden nicht zurückgesandt.

12. Das Projekt muss spezifisch für das LUFF entworfen werden und muss zum ersten Mal im Rahmen des Festivals präsentiert werden. Während der gesamten Dauer des Festivals wird das Projekt prioritär an diesem präsentiert.

Contact

Claus Gunti / claus.gunti(at)luff(dot)ch